Dienstag, 10. Februar 2015

#Barebruary - Warum ohne Sattel reiten hilft

Foto by Juliane D.

#Barebruary - Why it helps to ride bareback



~ Please scroll down for English ~


Liebe Leser,

der Februar steht bei Aspire Equestrian in England unter dem Motto "Barebruary" ein Wortspiel aus "Bareback" (dt. blanker Rücken) und "February"(dt. Februar). Ohne Sattel Reiten kann in so vielen Bereichen helfen, egal in welcher Reitweise.

Ich persönlich glaube, dass mein Sitz und meine Balance hauptsächlich daher kommen, dass ich ganz am Anfang meiner "Reitlaufbahn" sehr viel ohne Sattel auf dem Pferd saß. Das fing schon beim Voltigieren an und setzte sich fort, als ich meine ersten Pflegepferde hatte. Auch mein erstes eigenes Pferd bin ich gerne mal ohne Sattel geritten.

Heute erzähle ich, welche Vorteile ohne Sattel reiten mit sich bringt und was dabei beachtet werden sollte.




 Davon könnt ihr profitieren:


1. Ein besseres "Gespür"


Könnt ihr spüren, wann euer Pferd welchen Huf hebt? Wenn ihr schon Erfahrung habt und lange und auch regelmäßig reitet, könnt ihr das bestimmt. Für weniger Erfahrene ist das gar nicht so leicht. Ganz am Anfang fühlt es sich auf dem Pferderücken sogar einfach nur Wackelig an. Nimmt man den Sattel weg, sitzt man direkt auf dem Pferderücken und spürt die Bewegungen genauer. So merkt man viel sensibler, welches Bein das Pferd gerade hebt.

2. Keine Steigbügel


Steigbügel sind eine Unterstützung für unsere Balance und können uns trotzdem manchmal ganz schön aus dem Gleichgewicht bringen. Manchmal wenn man falsch sitzt und trotzdem versucht in den Bügeln zu bleiben, wollen sie einfach nicht an Ort und Stelle bleiben. Manchmal benutzt man sie zu viel und manchmal zu wenig, so dass man sie ständig verliert. Ohne Sattel reiten hilft ersteinmal die Balance ohne die Steigbügel zu finden und das Pferd ohne dieses Hilfsmittel zu sitzen. Ich habe dadurch ohne es zu merken und ohne fremde Hilfe gelernt, im Traben (beim Aussitzen) das Becken abzukippen, um mit dem Pferd besser mitzuschwingen. Es kam irgendwann ganz automatisch bei dem Versuch im Trab ohne Sattel oben zu bleiben, es musste mir niemand erklären.

3. Aufmerksamkeit fördern und sich seinem Sitz bewusst sein


Wenn man nicht gerade auf dem Pferd sitzt oder aus dem Gleichgewicht gerät, hilft einem der Sattel meist in Position zu bleiben. Bei ganz argen Fällen hilft natürlich auch der Sattel nicht mehr, aber es geht auch um die kleinen, kaum merkbaren Fehler im Sitz. Ohne wohlgeformten Sattel und Steigbügel kommt nämlich die Wahrheit ans Licht. Man muss sich stärker auf seinen Sitz konzentrieren um oben zu bleiben, bei einem Satz zur Seite schneller reagieren und im Trab genau der Bewegung folgen um nicht auf und ab zu hüpfen.

Ich fand es ganz schön schwierig Blue Moon im Trab zu sitzen.    - Foto by Juliane D.


Das sollte man beachten:


1. Jedes Pferd reagiert unterschiedlich


Manche Pferde, die noch nie ohne Sattel geritten worden sind, können irritiert sein. Manche Pferde wissen nicht gleich was man von ihnen will, da sich die Hilfen nun etwas anders anfühlen. Andere sind vielleicht ängstlicher und reagieren mit Buckeln. Bei den ersten Malen ohne Sattel sollte man es lansam angehen lassen und sein Pferd gut beobachten. Ist es angespannt, sollte man besser keinen Trab versuchen. Ist es ganz entspannt im Schritt und benimmt sich nicht anders als sonst, kann man eine Stufe weiter gehen.

Praktisch: Sollte euer Pferd mal eine Scheuerstelle vom Gurt unterm Bauch haben oder euer Sattel mal zum aufbessern beim Sattler sein, muss das Reiten nicht ausfallen. Ihr habt ja nun schon geübt ohne Sattel zu reiten und euer Pferd weiß, was auf es zu kommt.

2. In der Kürze liegt die Würze


Ohne Sattel reiten ist hilfreich, macht Spaß und hält im Winter sogar den Po warm. Trotzdem sollte es nicht zur Tagesordnung übergehen. Der Sattel ist nicht nur dazu da unsere Balance zu unterstützen und um uns den Ritt bequemer zu machen. In erster Linie ist er dazu gemacht, unser Gewicht gleichmäßig auf dem Pferderücken zu verteilen. Bei Westernsätteln wirkt das Pad zusätzlich auch wie ein Stoßdämpfer. Ständiges Reiten ohne Sattel kann dem Pferderücken schaden.

3. Nicht an den Zügeln festhalten


Wenn es doch einmal brenzlig wird und man ohne Sattel das Gleichgewicht verliert, läuft man schnell Gefahr, sich an den Zügeln festzuhalten. Das ist erstens schmerzhaft für das Pferd und macht zweitens die Situation oftmals schlimmer. Wenn möglich sollte man lieber gleich durchparieren zum Schritt oder zum Halt. Am besten übt ihr so etwas auch nicht alleine. Wer noch nicht erfahren ist, nimmt sich am besten eine/n Reitlehrer/in dazu, der dann eingreifen kann. Am Anfang ist es auch sinnvoll an der Longe zu üben. So könnt ihr euch voll und ganz auf euren Sitz konzentrieren und in Balance bleiben, während der Reitlehrer das Pferd kontrolliert.


Welche Erfahrungen habt ihr schon ohne Sattel gemacht?


Hinterlasst einen Kommentar unter dem Post oder auf meiner Facebookseite oder macht mit bei #Barebruary auf Aspire Equestrian's Blog.

Bis bald,

Nina





Photo by Juliane D.

#Barebruary - Why it helps to ride bareback


Dear readers,

February at Aspire Equestrian in England is all about #Barebruary. Riding bareback can help with many things, no matter what style of riding you are into.

I believe that my seat and balance come from riding bareback a lot in the early years of my "riding career". That started out with volting and continued when I had the opportunity to ride horses outside regular riding schools. I loved riding my first own horse bareback every once in a while. You can find an old picture here at Aspire Equestrian's Blog.

Today I want to tell you about the benefits of riding bareback and what you should consider when you want to ride your horse without a saddle.




The benefits:



1. A better "feeling"


Are you able to feel when your horse lifts which leg? You probably are, if you are an experienced rider. For less experienced riders it's not that easy. At the very beginning it even just feels kind of wobbly and shaky. If you take away the saddle you are in direct contact to the horse's back and you are able to feel every movement more precisely. So you also notice very sensitively which leg is moving.



2. No stirrups


Stirrups are an aid for our balance but still can do the opposite. Sometimes when you sit in the saddle incorrectly but you still try to keep your feet in the stirrups you just end up losing them. Sometimes you use them to much and sometimes not enough. Riding bareback helps to find your balance without the struggle with the stirrups first and how to go with the horse's movement without these aids. That's how I learned without any advice from someone else, to tilt the pelvis (excuse me if the words aren't correctly choosen) to sit the the trot. It just sort of happened while I tried to stay on the horse, nobody had to explain it to me.


3. Increasing attention and awareness of your seat

If you don't sit straight on your horse or you get off balance, the saddle will usually help you to stay in place. Of course a saddle won't help any more in really bad cases but this is about the little mistakes, the tiny flaws within your seat. With out a nicely formed saddle and stirrups truth will show. To stay on bareback you have to be more concentrated on your seat, react quicker when the horse jumps to the side and follow every movement exactly so you don't bounce up and down while trotting.


I had a hard time riding Blue Moon bareback in a trot.    - Photo by Juliane D.



What to consider:



1. Different horse, different reaction


Some horses that have never been ridden bareback might me irritated. Some horses might not understand what you want to tell them, because your aids now feel different. Other horses might be scared and even start bucking. If it's the first time for your horse it's better to go slow and be very aware of your horse's reactions. If it's tense, don't try a trot. If it's relaxed at a walk you can take the next step.

This is very convenient: If your horse might have a chafe mark under it's belly or if your saddle is in repair you won't have to take a break in your training. Your horse now already knows what to expect and is prepared to be ridden bareback.


2. Don't overdo it


Ridingbareback is a great help, it's fun and even keeps you warm when it's cold outside. But you shouldn't make it an everyday habit. A saddle is not just made for keeping us in balance or for a more comfortable ride. It's made to spread the rider's weight on the horse's back. For westernsaddles also the pads act as shock absorbers. Riding bareback all the time can harm your horse's back.


3. Don't hold on to the reins

When you find yourself in a dodgy situation and you actually lose your balance, you quickly run the risk of holding onto the reins. That's painful for the horse and often makes the situation worse. If possible go back to walk immediately or even stop. Best would be not doing this all by yourself. If you are unexperienced ask a riding instructur to assist you. In the very beginning I suggest to have someone lounging your horse. So you can concentrate on your seat while your riding instructor is in charge of the horse.



What is your experience riding bareback?


Leave a comment below or at my Facebookpage or join #Barebruary at Aspire Equestrian's Blog.

See you soon,

Nina




Kommentare:

  1. Great post Nina and I am delighted our #Barebruary inspired you to jot these very helpful notes :)
    All the best,
    Wiola
    Aspire Equestrian Riding Academy
    www.aspireequestrianacademy.com

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Nina,
    ich reite auch ab und an ohne Sattel - gerade im Winter ist so eine Sitzheizung prima. Wie du schreibst, gibt es keine bessere Möglichkeit Fehler ihm Sitz aufzudecken. Man spürt den Pferderücken auch so viel besser (ist ja auch kein Wunder) :) Ich glaube aber auch, dass man aufpassen muss, dem Pferd nicht dauerhaft seine Sitzbeine in den Rücken zu bohren - deswegen mache ich das genauso wie du: ab und an, aber nicht zu lang :) VG! Nadja

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Nadja, vielen Dank für deinen "Besuch" und deinen Kommentar.

    "Sitzheizung" ist das ideale Wort! Ich muss zugeben dass mein letztes Mal ohne Sattel doch schon fast wieder ein Jahr her ist.
    Zum "Sitzbeine in den Rückenbohren": Man muss sich nur mal auf einem harten Untergrund gerade auf seine flachen Handrücken setzen. Dann merkt man erstmal richtig wie "knochig" unser eigentlich so weich erscheinendes Gesäß sein kann ;)

    Liebe Grüße

    Nina

    AntwortenLöschen
  4. Super toller Blog Nina!!
    Macht mir auch gleich Lust, wieder zu bloggen ^^ Habe ebenfalls über meine Zeit in Kanada mit Pferden geschrieben, wenn du mal reinschauen magst: cowgirl-times.blogspot.ch

    Zum reiten ohne Sattel, merk ich auch, dass mir das heute ein grosser Vorteil ist, dass ich das als Kind so viel machen durfte :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Sarina, vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich schau mir deinen Blog sehr gerne an, auf den ersten Blick sieht er schonmal richtig toll aus! Ich lese immer gerne über Kanada, vor allem wenn es persönliche Erfahrungen sind.
      Also bis bald!

      Löschen