Donnerstag, 9. Juli 2015

10 Dinge die du wissen solltest, bevor du dir ein junges Pferd zulegst

10 things you should know before getting a young horse


~ Please scroll down for English~

Liebe Leser,

ich habe mal ein paar Punkte zusammengestellt, über die man sich vielleicht Gedanken machen sollte, bevor man sich ein junges Pferd oder ein Fohlen anschafft. Viele Dinge kann man natürlich auch allgemein auf Pferde und deren Erziehung anwenden. Im Rahmen meiner Jungpferdeserie, möchte ich aber nochmal explizit darauf hinweisen, wie wichtig es ist, sich über einige Dinge im klaren zu sein, bevor man sich ein rohes Pferd kauft.

Meine anderen Posts zum Thema Jungpferde findet ihr hier:

Klicke hier um zur Übersicht zu gelangen



1. Green and green equals black and blue

Das ist ein Sprichwort auf Englisch und bedeutet auf Deutsch so viel wie "Ein grüner (junger) Reiter und ein grünes Pferd ergeben grün und blau" (im Sinne von " jemanden grün und blau schlagen").

Was ich damit sagen will sollten die meisten hoffentlich wissen: Ein unerfahrener Reiter gehört auf ein Erfahrenes Pferd, und ein junges Pferd benötigt einen erfahrenen Reiter.

Nicht nur um die Gefahr zu vermeiden, dass der Reiter stürzt und sich verletzt, sondern um dem Pferd eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Denn du bist verwantwortlich dafür, was aus deinem vierbeinigen Freund wird! Du hast dafür zu sorgen, dass es sich gut reiten lässt, damit es beim Reiten auch gesund erhalten werden kann - und natürlich damit es keine Gefahr für dich und andere darstellt.


Anfänger gehören auf gut ausgebildete Pferde.    Foto: Sina H.


Außerdem ist es für das Pferd keine besonders schöne erste Erfahrung mit Reiter im Sattel, wenn dieser dem Pferd in den Rücken fällt oder es durch schlechte Balance noch mehr aus dem Gleichgewicht bringt, als es ein guter Reiter ohnehin schon täte.

2. Ein junges Pferd lernt überdurchschnittlich schnell

Du musst dir bewusst sein, wie schnell Pferde lernen, besonders junge Pferde. Das kann gut aber auch schlecht sein. Wen du alles richtig machst - toll! Aber jeder Fehler den du machst, wird das Pferd ebenso schnell verinnerlichen.

Ich sage gerne "Entweder bringst du dem Pferd etwas bei, oder das Pferd dir."

Ein sehr häufig vorkommendes Beispiel:

Wenn du dein Pferd nicht gut vorbereitet hast, es nun doch bei einem der ersten Versuche unter dem Reiter buckelt und du dabei herunter fällst, dann hat es gelernt wie es dich los wird.


Glory wurde in den ersten Jahren ihrer Ausbildung "beigebracht" zu buckeln.
Heute, einige Jahre später, versucht sie es nach langen Trainingspausen oder
bei neuen Reitern immer mal wieder.
Foto: Stephy E.


Ohne es zu wollen hast du deinem Pferd beigebracht zu buckeln. Also sei vorsichtig in allem was du tust, sei dir deiner Körpersprache bewusst und überlege dir gut, ob du das Zeug zum guten Lehrer hast.

3. Du musst wissen wie ein Pferd lernt

Wobei wir bei Punkt drei sind. Oberste Vorraussetzung für die Anschaffung eines jungen Pferdes ist, dass du weißt, wie ein Pferd lernt. Wenn dir diese Basis fehlt, solltest du auf jeden Fall noch etwas warten. Das erklärt sich fast von selbst.

4. Die einfachsten Dinge sind nicht mehr selbstverständlich

Oft stellt man sich vor, dass ein junges Pferd zum betüddeln und lieb haben da ist, bis es dann ans Anreiten geht.

Man vergisst dabei häufig, dass aber bei einem jungen Pferd die Dinge, die selbstverständlich geworden sind, es eben nicht sind.

Zum Beispiel das Führen, Anbinden, Stillstehen, Hufegeben, von der Weide holen etc. Alles was man so aus dem Alltag kennt, muss der Jungspund erst noch lernen. Und selbst wenn er das schon kann, es ist trotzdem etwas anderes. Es mag vielleicht nicht immer alles direkt verstehen, das Pferd wird verwirrt sein und erwartet von dir eine klare Ansage.

5. Du bist verantwortlich dafür, dass das Pferd lernt ein Pferd zu sein

Es ist dein Job dich um eine passende Unterkunft zu kümmern. Ich habe es schon in zwei weiteren Posts erwähnt, kann es aber nicht oft genug sagen: Das Pferd braucht zwar zum einen gleichaltrige Spielgefährten, aber auch alte und mittelalte Pferde, die ihm Respekt beibringen. Nur so lernt es Rangordnung und eben ein Pferd zu sein.

Jung und alt zusammen.


6. Du musst deine Grenzen kennen

Wenn es schon so weit ist, du ein junges Pferd in der deiner Obhut hast und dir plötzlich klar wird überfordert zu sein, dann scheu doch nicht um Hilfe zu bitten!

Es ist nichts für das man sich schämen muss. Im Gegenteil: Es zeigt dass du dich um das Wohl des Pferdes sorgst und dich selber weiterbilden möchtest.

7. Den richtigen um Hilfe bitten

Dabei solltest du darauf achten, auch den richtigen um Hilfe zu bitten. Frage keine deiner Stallfreunde, die das gleiche Problem haben, sondern die, die es nicht (mehr) haben. Denn nur die wissen, wie man das Problem tatsächlich löst.


Foto: Alena S.


Am besten machst du dir schon vorher Gedanken, ob es gute Trainer in deiner Umgebung gibt. Gehe dabei sicher, dass er nicht einfach nur dein Pferd trainiert, sondern dir auch zeigt und erklärt, was er macht und warum er es macht. Du willst dein Pferd schließlich selber reiten können, nicht nur dein Trainer.

8. Der Weg ist länger als du glaubst

Falls du denkst, du kaufst dir ein günstiges Pferd, weil es noch roh ist und dass du es ja gleich anreiten kannst, weil es schon das richtige Alter erreicht hat, dann liegst du falsch. Natürlich geht es auch anders, aber ich finde, du solltest dir bewusst sein, dass auch viel Vorbereitung vom Boden erfolgt.

Außerdem sollte dir klar sein, dass du immer wieder, egal wie gut du bist, ab und an Rückschläge hinnehmen musst. Verzweifel nicht gleich, das ist ganz normal! Aber sollte dich das abschrecken, überdenk das ganze nochmal.

9. Du musst viel Zeit investieren

Um tatsächlich Fortschritte zu erzielen, muss du dran bleiben. Die Trainingseinheiten an sich sind eher kurz, aber sie sollten regelmäßig statt finden. Ab und an kann man den Pferden eine längere Trainingspause gönnen, manche werden ein halbes Jahr gar nicht geritten, manche legen ein paar Wochen Pause ein.



10. Du brauchst viel Selbstvertrauen

Um mit einem Jungpferd arbeiten zu können, brauchst du Selbstvertrauen. Denn wenn du dir unsicher bist, kommst du bei dem Pferd nicht weit. Es könnte sogar gefährlich werden, wenn du eher ängstlich bist. Vorallem wirst du so auf lange Sicht kein ehrliches Vertrauensverhältnis zu dem Tier aufbauen können.
Du benötigst also Führungsqualitäten: sei konsequent, zeige dass du dich kümmerst, dem Pferd bei dir nichts passiert aber traue dich auch es zurecht zu weisen, wenn es aggressives Verhalten an den Tag legen sollte.


WICHTIG: Im Endeffekt ist es nicht billiger ein rohes anstatt ein fertiges Pferd zu kaufen. Sollte der Preis für dich der ausschlaggebende Grund sein, ein junges Pferd zu kaufen, dann tu es nicht! Der Anschaffungspreis ist immer noch das günstigste. Auch ein junges Pferd kann krank werden, du brauchst ggf. einen Trainer, nimmst vielleicht sogar häufiger Reitstunden und wenn du ihm treu bleibst, dann bleibt es ein Leben lang bei dir. Vielleicht mehr Jahre, als ein älteres Pferd bei dir geblieben wäre. Also mach es nicht vom Preis abhängig!

Was glaubst du, sollte man sich noch vor dem Kauf eines Jungpferdes durch den Kopf gehen lassen?

Ich freue mich wieder über eure Kommentare und privaten Nachrichten - hier, auf Facebook oder über ropingmydream@gmx.de !


Bis zum nächsten Mal,


Nina 



10 things you should know before getting

a young horse


Dear readers,

I put together some essentials you might should think about before you buy a young horse or even a foal. Some things you can also project on any horse in general. But currently writing about young horses, I wanted to point out how important it is to conceive very well any aspects shown below, before you buy a untrained horse.

These are my other post about young horses:

Click here for a list of all posts on young horses


1. Green and green equals black and blue

Most of you hopefully already know this saying and what it means: An unexperienced rider belongs in the saddle of an experienced horse and a young horse needs an experienced rider.

Not just to reduce the risk of unjury, for example caused by falling off, but also to provide the best education for the horse. Because you are responsible that your horse is good to handle under saddle so it can be ridden healthy - and of course so you don't put yourself in danger.



Beginners belong on experienced horses.    Photo: Sina H.

Anyways for the horse it's not the best first experience under saddle if you bounce a lot or if you get it even more out of balance than a good rider would, because your own balance is not well developed yet.

2. A young horse learns very quickly

You have to understand how fast horses learn, especially young ones. That can be a good but also a bad thing. If you do everything correctly - great! But every mistake you make your horse will remember.

I like to say "Eather you teach the horse or the horse teaches you."

A common example:

If you don't prepare your horse well enough, and it bucks you off - it just learned how to get rid of the rider.


Someone "tought" Glory to buck in her first years under saddle.
Today, a few years later, she still tries to buck off riders after long breaks of training
or when new riders try to ride her.
Photo: Stephy E.

Accidentally you tought your horse to buck. So be careful with everything you do, be aware of your bodylanguage and ask yourself if you are able to be a good teacher.

3. You have to understand how a horse learns

First priority is that you understand a horse's learning behavior. If you don't have these basic skills, you really should wait before you buy a young horse. That's self-explaining.

4. The simplest things are not self-evident

Often people imagine that you get young horse just to love it, groom it, see it growing up etc. until you are at the point where you can start it under saddle.

They forget, that you have to teach a horse those things, that you took for granted before.

For example leading, tying up, standing still, picking hooves, catching the horse in the field etc. All the things of everyday life you still have to teach a young horse. And even if it already knows some of it, it's still different than a horse that does these things for years. It might not understand right away, it will be confused and needs a clear command from you.

5. You are responsible for your horse to learn how to be a horse

You have to make sure - and I already mentioned it in posts before - that your horse not just grows up with horses the same age but also with middle aged and old horses. That's neccessary so it learns respect, pecking order and how to be a horse.


Jung und alt zusammen.


6. You must know your limits

You might already have a young horse and now you realize that you are overwhelmed. Don't be scared to ask for help!


It's nothing to be ashamed of! It shows that you care about your horse and that you want to educate yourself.

7. Ask the right person for help

But you should be careful and ask the right person for help. Don't ask any barn friends that have the same problem. Better ask those who don't encounter this problem (any more) because they really know how to solve it - they once did!


Photo: Alena S.

Best thing would be you look up some good trainers in your area before you get a young horse. You want to find one that not just teaches the horse, but also teaches you how to teach the horse yourself. Because you should be able to ride your horse, not just the trainer.

8. The way is longer than you think

If you thought you buy a cheap horse because it's untrained and that you can just begin with starting it under saddle right away because it's "old enough"... you thought wrong. Of course there are also good ways teaching most things under saddle but still you should be aware that there is a lot of preparation you do from the ground.

And you should be aware that you'll always, doesn't matter how good you are, encounter throwbacks every once in a while. Don't become desperate, that's normal! But if you feel this puts you off, rethink buying a young horse.

9. You have to invest a lot of time

To actually make progress you have to train regularly. The training sessions might me short, but they have to be frequently. Sometimes you can give your horse a longer break. Some don't train the whole winter, half a year or just a couple weeks.



10. You need a lot of confidence

To work with young horses successfully, you need selfconfidence. Because if you are insecure, you won't get far with horses. It could even become dangerous, if you are an anxious person. You won't be able to develope a true bond of trust.
You need leadership skills: Be consequent, show that you care, that your horse is safe with you but also dare to correct your horse if it shows aggressive behavior.


IMPORTANT: In the end it's not cheaper to buy an untrained horse instead of a well-trained horse. Should the price be the number one reason why you want to buy a young horse, don't do it! Buying the horse is the cheapest part. Also a young horse can get sick, you might also spend more money in training and riding lessons. And if you stay true to your horse it will spend its life with you. Maybe more years than an older horse would have. So don't decide it over the price!

What else do you think should be considered before buying a young horse?

I'm looking forward to your comments and private messages - here, on Facebook or via ropingmydream@gmx.de !

See you soon,


Nina

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