Donnerstag, 30. Juli 2015

Das Aussacken - Teil 2 Durchführung

Originalfoto: Spiegelwelt Fotografie

The sacking out - Part 2


~ Please scroll down for English ~

Liebe Leser,

nachdem ihr nun in meinem letzten Post erfahren habt, was ihr für Vorraussetzungen für das Aussacken mitbringen solltet, geht es heute um die Praxis.

Für tolle Bilder, (da ich leider nichts passendes bieten kann) kann ich euch nochmal Nadjas Post zum Thema empfehlen. Die Zeichnungen zeigen ganz toll, wann das Pferd angespannt und entspannt ist.


So fangen wir an

Ihr begebt euch am besten mit dem Pferd auf einen Reitplatz, in einen Roundpen in eine Reithalle oder ähnliches. Natürlich funktioniert das ganze überall, jedoch fühlt sich der Mensch meist entspannter, wenn die Umgebung eingezäunt ist.

Ganz wichtig: Das Pferd wird nicht angebunden!

Am liebsten ist mir ein 3,5m - 4m langes Bodenarbeitsseil. Ein langer Führstrick eignet sich ebenfalls.




Warum wird das Pferd nicht angebunden? Während dem Training wird es womöglich ausweichen wollen. Vor allem wenn wir etwas nicht richtig machen, einen Schritt zu weit gehen und nicht genau aufpassen, kann das Pferd sogar in Panik verfallen. Wenn es dann angebunden ist und sich dann "gefangen" fühlt, trägt das nicht gerade zur Entspannung bei. Es kann sogar gefährlich werden und ist was den Trainingseffekt betrifft eher kontraproduktiv.

Das Entscheidende: Der Rhythmus

Es gibt einen kleinen aber feinen Unterschied. Nehmen wir heute mal als Trainingsgegenstand, etwas ganz Typisches: Die Plastiktüte. Gebunden an einen Stab, z.B. eine Gerte.

Wenn wir nun die Gerte schwingen und dem Pferd wild mit der Plastiktüte vors Gesicht rascheln, wird es sich vermutlich tierisch erschrecken, selbst wenn es relativ gelassen ist.

Deswegen fangen wir mit der Gerte und der Tüte weg vom Pferd an. So dass wir zwischen der Tüte und dem Pferd stehen. Wir halten das ganze am besten noch nach schräg unten.
Die Gerte mit der Tüte wird in einem gleichmäßigen Rhythmus bewegt.


Je höher der Gegenstand präsentiert wird,
umso "gruseliger" ist es meistens für das Pferd.    Foto:Jen B.


Nachgeben und Timing

Wenn das Pferd das noch nicht kennt, wird es erstmal angespannt sein. Wir machen mit dem rhythmischen hin und her wedeln so lange weiter, bis das Pferd sich ein klein wenig mehr entspannt. Dann gibt es eine Pause. So merkt das Pferd, dass wenn es sich entspannt, das unangenehme Geräusch und die Bewegung aufhören.

Umgekehrt (und hier kommt das "nicht-angebunden-sein" ins Spiel): Wenn das Pferd rückwärts zieht oder sich sonst irgendwie entfernen will, darf man nicht aufhören! Einfach ganz ruhig im Rhythmus weiter machen und mit dem Pferd mitgehen. Nicht festhalten oder ziehen sondern mitkommen und den Abstand und Rhythmus nicht verändern. Bei dem kleinsten Anzeichen von Entspannung natürlich wieder sofort aufhören.

Den Prozess wiederholen wir immer wieder, bis die Reaktion immer geringer wird oder sogar ausbleibt.

Ausnahme: Verfällt das Pferd völlig in Panik, ist es besser an dieser Stelle abzubrechen und nochmal einen Schritt zurück zu gehen. Wir waren vermutlich zu schnell bzw. zu früh.

Wie Neugierde hilfreich sein kann

Letzte Woche habe ich gesagt, dass man sich die Neugierde des Pferdes zu nutzen machen soll. Das funktioniert folgendermaßen: Wenn man den neuen Gegenstand zum ersten mal mitbringt, kann man das Pferd erstmal daran schnuppern lassen. Dabei halte ich dem Pferd das Ding aber nicht direkt vor die Nase, so dass es erstmal zurück weichen würde. Eher mit etwas Abstand. Wenn das Pferd sich traut näher zu kommen, ziehe ich den Gegenstand nochmal ein Stück von ihm weg. Meistens wird es dann nochmal neugieriger und traut sich schließlich von ganz alleine das Ding zu beschnuppern und sogar mit den Lippen zu untersuchen.


Foto: Jen B.

Das heißt: Ich zwinge nicht das Pferd den Gegenstand kennen zu lernen. Ich schaffe es, dass das Pferd den Gegenstand kennen lernen WILL.


Wann ist Feierabend?

Man muss wissen, wann man aufhören sollte. Zum einen während des Trainings: Man sollte einschätzen können, wenn es dem Pferd zu viel wird. Wir wollen das Pferd nicht in volle Panik versetzten. Deswegen machen wir auch alles langsam Schritt für Schritt.

Schritt für Schritt bedeutet auch nochmal die Schritte zu wiederholen, die das Pferd schon kennt, bevor es weiter geht.

Zum anderen sollten wir auch wissen, wann Feierabend ist und das Pferd zurück auf seine Weide darf. Nämlich dann, wenn es gut läuft. Das gilt auch für jede andere Art von Training: Immer mit einem Erfolgserlebnis aufhören.


Im Rahmen meiner Jungpferde-Posts werde ich das Aussacken mit praktischen Beispielen versuchen weiter zu vertiefen. 

Habt ihr besondere Wünsche für detaillierte Anleitungen zu bestimmten Gegenständen?

Lässt euer Pferd sich nicht gerne mit der Bürste am Kopf berühren? Oder welchen Gegenstand möchtet ihr eurem Pferd vorstellen?

Über das Gewöhnen an den Sattel werde ich auf jeden Fall ausführlich schreiben. Alle anderen Wünsche nehme ich sehr gerne an und schaue, ob ich da etwas aus meinem "Erfahrungs-Repertoir" wiedergeben kann.


Ich freue mich auf eure Kommentare und Nachrichten entweder unter dem Post, via Facebook oder ropingmydream@gmx.de


Bis zum nächsten Mal

Nina




Original photo: Spiegelwelt Fotografie

The sacking out - Part 2



Dear readers,

now that you know what premises you should bring with you before you start with the sacking out, I'm going to tell you how it works.

For good pictures (because I don't have anything good to offer) I again want to recommend Nadja's post on this topic (English version!). The drawings show very well the body language of a tense and a relaxed horse.

This is how we start

Take your horse to the riding ring, the roundpen, the arena or anything similar. Of course this also works anywhere else but the human is often more relaxed, when the setting is fenced in.

Very important: Don't tie the horse!

For this exercise use a 12 foot rope or any long lead rope.




Why not tie the horse? During the training the horse might wants to yield when you give pressure. Especially when we are careless and do something wrong or to fast, the horse might even panic. If this happens and the horse is tied up and feels trapped, this won't help the horse relax. It can be dangerous and there will be a negative learning effect.

What matters: the rhythm

There is a small but very delicate distinction. As an example we use the typical plastic bag, tied to a stick, maybe a wip.


 If we now swing the wip and wiggle the plastic bag wildly in the horse's face, it will probably be scared as hell, even though it's usually a very calm horse.


That's why we start swinging the wip away from the horse. So that we are between the horse and the plastic bag. Best would be holding it down, too. We move the wip with the plastic bag in a steady rhythm.


The higher you hold the item, the more spooky
it will be for the horse. Photo: Jen B.


Release and timing

If this item, sound or movement is new to your horse, it will tense up. We continue moving the item in the same rhythm until the horse relaxed a little bit more. Then we will give it a break. That's how the horse learns that the uncomfortable movement and sound will stop if it relaxes.

The other way around (and here it is also important that the horse is not tied): If the horse pulls back or tries to escape in any other way, you must not stop! Stay calm and continue with the exact same rhythm. Don't give pressure on the rope, don't pull! Move with your horse and keep your distance and rhythm! The tiniest sign of improvement is our cue to stop and release immediately.

Repeat the process until the reaction of the horse decreases or it totally relaxes.
Exception: If the horse starts to really panic, it might be better to stop and take one step back. You probably did something too quick or to early.

How curiosity can help

In the last post I mentioned that you should take advantage of the horse's curiosity. This is how I do it: When I introduce the item i first let the horse sniff every corner of it. But I don't just put it in front of the horse's nose. I don't want to create the urge to move away. I show it with distance. When the horse decides to come closer, I again create the same space between the horse and the item as I had in the beginning. That usually makes the horse even more curious and it will come closer again, sniff the item and might even investigate it with the lips.



Photo: Jen B.

That means: I don't force the horse to confront this object or situation. Not I want the horse to get in touch with the object, I make the horse WANT to get in touch with the object.


When is quitting time?


You need to know when to stop. On the one hand during the training: You should be able to notice when it's too much for your horse. We don't want to make the horse panic. That's why we do everything step by step.

Step my step also means to repeat the steps the horse already knows, before you continue with the next one.
On the other hand you should know when it's quitting time and the horse should be put back in the field: When it's going well! That's also important in any other training: Always end on a good note.



 

Within my posts on young horses I will deepen this topic with some practical examples.

Do you have any special wishes for detailled posts on desensitizing?

Maybe your horse doesn't like to be touched with a brush at the head? Or which item do you want to introduce to your horse?

I already planned a post about getting your horse ready for the saddle. I'm looking forward to any other ideas and will see if I can help you out with something out of my "experience-repertoire".


I'm looking forward to your comments and messages below the post, via Facebook or ropingmydream@gmx.de


See you soon

Nina


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