Donnerstag, 3. Dezember 2015

Reitunterricht Nov. '15: Vorurteil Sporen

Liebe Leser,

wie ihr seht halte ich durch mit meiner "Reitunterricht Challenge". Diesen Monat habe ich mal eine Reitstunde auf Calando genommen, mein Trainer kam zu uns auf den Hof. Das schönste an Reitstunden auf dem eigenen Pferd, oder im meinem Fall der Reitbeteiligung, ist dass jemand Aussenstehendes wunderbar Fort- und Rückschritte erkennen kann.

Wir haben einiges an Lob bekommen: Calando geht nun schön ruhig und gerade Rückwärts und lässt sich auch wunderbar in der Hüfte gut Rückwärts im Zirkel bewegen. Dabei wird er nicht mehr hibbelig und generell nimmt er auch den Sporen ganz entspannt an. Er hat gelernt, dass die Dinger ihm nicht weh tun, sondern ihm nur Helfen zu verstehen was er tun soll. Und dass ihm auch immer wieder ein freundlicher Schenkel angeboten wird, bevor mit den Sporen gekitzelt wird.


Ich möchte euch heute mal das Vorurteil "Sporen sind Tierquälerei" nehmen. Ich reite mit Sporen. Setze ich sie als Folterinstrument ein? Nein! Sie sind ein Hilfsmittel, natürlich geht es auch ohne, gerade ich bin ja gegen Hilfsmittel. Wie Wiola von Aspire Equestrian sagen würde "Be the gadget!". Aber die Sporen haben einen Vorteil, den wir uns bei der Ausbildung zu Nutzen machen.

Wir bringen dem Pferd bei, nicht vor dem Sporen davon zu laufen. Wir setzen sie in erster Linie beim Rückwärtsrichten ein. Man muss die Dinger auch nicht zwangsläufig in den Pferdeleib bohren, kitzeln reicht! Das Pferd merkt auf jeden Fall einen Unterschied zum Schenkel. Irgendwann verknüpft das Pferd mit dem Sporen "Rückwärtsdenken".

Beim Rückwärtsrichten setzt sich das Pferd auf die Hinterhand. Wir wollen auch beim Vorwärtsreiten, dass das Pferd die Hinterbeine vermehrt unter den Körper bringt und vor allem den Rücken aufwölben. Die fertig ausgebildeten Pferde von meinem Reitlehrer wölben den Rücken auf, wenn man sie sporniert, sie laufen nicht davon.

Also alles eine Frage des Einsatzes und der Stärke!

Ähnlich ist es ja auch bei Gerten: Man kann sie zum Touchieren als verlängerten Arm einsetzen. Man muss sie nicht zwangsläufig missbrauchen um sein Pferd zu schlagen.

Weil alles so gut geklappt hat, war es dieses Mal an der Zeit auch etwas neues zu lernen: Den Seitengang mit der Hüfte zu erst, vorwärts-seitwärts und in Bewegungsrichtung gestellt - Travers. Hierbei habe ich die Hilfen erst mit dem Schenkel gegeben und später mit dem Sporen verdeutlicht. Dabei habe ich das Bein so lange an der Stelle liegen lassen, bis eine Reaktion in die richtige Richtung kam. Dann habe ich sofort nachgegeben, damit er versteht, dass es die richtige Antwort war.

Jetzt haben wir wieder etwas Neues, woran wir arbeiten können.

Woran arbeitet ihr zur Zeit mit eurem Pferd? 

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Bis zum nächsten Mal,

Nina

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