Donnerstag, 31. März 2016

Neues vom Stall und der Region - Drusegefahr

Liebe Leser,

am Mittwoch letzte Woche war ich das erste mal nach meinem Urlaub wieder am Stall. Erstmal vorweg: Unser Stall hat keinen Druse-Fall!

Trotzdem hatte Calando ein Wehwehchen, aber Gott sei Dank nur einen Einschuss. Das Bein war so dick und nirgends konnte ich eine Wunde oder Kruste finden, ich dachte schon erst es wäre die Sehne.

Wie soll das erst werden wenn Glory da ist? Ich glaube wenn sie mal was hat, drehe ich völlig am Rad.

Also nun zum Thema das Tages: In unserer Region geht die Pferdekrankheit "Druse" herum.


Bei uns am Stall ist noch alles gut, aber andere Ställe, nicht weit von uns, sind betroffen. Bisher hatte ich noch nie mit der Krankheit zu tun, in Kanada habe ich jedoch ein Pferd kennen gelernt, das einen besonders schweren Fall von Druse (engl. "Strangles") vor einigen Jahren vor meinem Besuch überlebt hatte. Dabei habe ich ein wenig über die Krankheit gelernt.

Hier habe ich mal Stichpunktartig ein paar Fakten über Druse zusammengefasst:

Was ist Druse?

- eine bakterielle Infektionserkrankung
- hochgradig ansteckend (Nur für Pferde)
- kann - muss aber nicht - tödlich verlaufen, meistens nur bei bereits geschwächten, jungen und sehr alten Pferden

Wie kann man die Krankheit erkennen?

- Die Symptome ähneln einer Erkältung z.B. Nasenausfluss (grünlich/gelb), Fieber, Husten, Pferd frisst nicht
- Das auffälligste Merkmal sind die geschwollenen Lymphknoten, besonders an der Kehle / an den Ganaschen

In rot: Häufig betroffene Stellen; in schwarz: etwaiger Sitz der Lymphknoten


Wie kann sich ein Pferd anstecken?

- die Übertragung erfolgt über Speichel, Nasenausfluss und sogar Atemluft
- die Erreger können sich z.B. auch an der Ausrüstung des Pferdes oder der Kleidung der Menschen befinden
- leider auch bereits wenn das erkrankte Pferd noch keine Symptome zeigt

Vorsichtsmaßnahmen?

- Keine fremden Ställe besuchen
- Keine fremden Reiter und Pferde an den eigenen Stall einladen
- Keine fremden Pferde anfassen
- Tierarzt und Hufschmied nur dann rufen, wenn es wirklich notwendig ist

Der Mensch trägt den Erreger häufig an seiner Kleidung und den Schuhen


 Was ist, wenn man betroffen ist?

- Der Stall sollte für 3 Monate unter Quarantäne gestellt werden, bis zu 10 Wochen nach der Genesung des zuletzt erkrankten Pferdes. Es besteht jedoch keine gesetzliche Pflicht
- Wenn der Tierarzt per Tupferprobe Druse diagnostiziert hat, werden je nach Fall die geschwollenen Stellen eröffnet, damit der Eiter abfließen kann. Es wird meist Antibiotika verabreicht.
- Der Stall sollte desinfiziert werden, inkl. aller Ausrüstungsgegenstände, auch z.B. die eigenen Schuhe
- Selbst sollte man auch auf das Desinfizieren der eigenen Hände achten
- Oder Einweghandschuhe verwenden
- Die am Stall getragene Kleidung sollte bei 60° C gewaschen werden, am besten mit einem antibakteriellen Waschmittel
- Keine Hunde mit an den Stall nehmen

Mehr detaillierte Infos zur Druse findet ihr unter folgenden Links:

Druse - VFD Saar
Druse-Info-Sheet der Uni München (PDF)
Akki von Führpferd über Druse

Die Krankheit verbreitet sich besonders schnell, weil man die Ansteckungsgefahr unterschätzt. Achtet bitte besonders auf die Vorsichtsmaßnahmen, wenn eure Region von Druse betroffen ist.

Ich hoffe, dass keines eurer Pferde betroffen ist!

Habt ihr bereits mit Erfahrungen mit Druse gemacht?

Schreibt eure Tipps und Meinung in die Kommentare unter den Post oder diskutiert auf Facebook!

Bis zum nächsten Mal,

Nina

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