Donnerstag, 3. März 2016

Reisen trotz eigenem Pferd?

Liebe Leser,

wie einige von euch vielleicht schon wissen, liebe ich es zu Reisen. Ich glaube daran, dass das wertvollste im Leben die Orte sind, die man besucht hat, die Menschen, die man kennen gelernt hat und die (vor allem kleinen) besonderen Momente, die man erlebt hat. Aber ich hatte auch schon immer den Traum vom eigenen Pferd, den ich mir nun zum zweiten Mal erfüllt habe.

Das Reisen werde ich dafür aber nicht aufgeben. Warum ich weiß, dass das geht und wie? Das lest ihr in meinem heutigen Blogpost!



"Aber Nina, wenn du erstmal ein eigenes Pferd hast, dann kannst du nicht mehr verreisen." Den Satz habe ich schon recht häufig gehört. Auf den ein oder anderen mag es vielleicht zutreffen (dazu weiter unten mehr), aber ganz ehrlich? Ich habe schon immer das geschafft, was ich erreichen wollte und ich habe durch und durch klare Vorstellungen von dem was ich will. Wenn man will findet man Wege, wenn nicht findet man Gründe.

Der Satz stammt hauptsächlich von "Nicht-Pferdemenschen", hauptsächlich aus der Familie oder von Bekannten und Freunden. Aber auch der ein oder andere Pferdemensch hat diesen Satz schon fallen lassen. Häufig kombiniert mit einem sehensüchten Blick und einen Blitzen von Fernweh in den Augen.

Lanzarote - das nenne ich mal einen Tapetenwechsel


Ich möchte euch heute zeigen, welche Punkte bei mir gegeben sind, damit ich auch mal ohne schlechtes Gewissen und ohne Sorgen in den Urlaub fahren kann:

Versorgung

Das Hauptkriterium hierbei ist natürlich die Versorgung des Pferdes, die gewährleistet sein muss. Was Fütterung und Sauberhalten des Stalls betrifft, hat jeder in einem Pensionsstall schonmal ein gutes Los gezogen. Viele "Nicht-Pferdemenschen" denken ja häufig noch, man muss als Pferdebesitzer zwangsläufig mindestens zweimal täglich zum Stall fahren.

Trotzdem würde mir das nicht reichen. Ich möchte wissen, dass jemand speziell ein Auge auf mein Pferd hat. Bei mir ist das alles gewährleistet: Ich habe andere Freunde am Stall, auf die ich mich verlassen kann und auch Freunde außerhalb des Stalls, die liebendgerne das ein oder andere mal vorbei kommen würden, um sich um mein Pferd zu kümmern.

Zusätzlich habe ich sehr großes Vertrauen in den Stallbesitzer und weiß, dass regelmäßig Menschen vor Ort sind, die genau wissen, wann sie einen Tierarzt rufen sollten.

Ich würde spezielle Dinge direkt mit einer Person, die sich kümmern soll, absprechen und vereinbaren:

- In welchen Fällen soll der Tierarzt oder Hufschmied verständigt werden?
- In welchen (Not-)Fällen möchte ich informiert werden? In welchen nicht?
- Welche Aufgaben sollen übernommen werden, auf welche kann verzichtet werden?
- Müssen vielleicht sogar regelmäßig Medikamente verabreicht werden?
- Wie häufig soll nach dem Pferd geschaut werden?

Je nachdem wie anspruchsvoll die Aufgabe ist, empfinde ich es als angebracht, etwas im Gegenzu anzubieten. Natürlich und selbstverständlich ist da für mich selbst die Urlaubsvertretung anzubieten, wenn die Vertretung auch mal verreisen möchte. Zum anderen freut sich der-/ oder diejenige sicher über eine kleine Aufmerksamkeit als Dankeschön.

Wer solche Personen nicht kennt, kann sogar jemand Professionellen für diese Zeit engagieren. Nadja von "Pferde verstehen" bietet so etwas zum Beispiel hier an.

Similkameen Valley, Canada - Wenn es meinem Pferd zu Hause gut geht, verreise ich gerne!  - Foto: Katrin K.


Haltung

Punkt zwei auf der Liste ist für mich die Haltung. Ich weiß, dass mein Pferd täglich die Gelegenheit hat, sich frei zu bewegen und an der frischen Luft ist. Dem Pferd tut es nicht weh, wenn es mal ein, zwei Wochen nicht geritten wird, solange es sich nicht die Beine in einer Box in den Bauch stehen muss. (Was meiner Meinung nach, auch wenn es geritten wird, nicht in Ordnung ist! Mehr dazu bei Pferdespiegel.)

Erwartungen an das Training

Den Unterschied macht dann eigentlich nur noch die eigene Erwartungshaltung an das Training. Wenn es einem persönlich weh tut, dass das Pferd eine etwas längere Pause macht, weil man Angst hat, persönliche Ziele nicht erreichen zu können, dann funktioniert das ganze so natürlich nicht. Meiner Meinung nach ist ein bisschen Pause für das Pferd manchmal sogar eine gute Idee. Ich bin aber auch keine Turnierreiterin und reite mein Pferd nur zum Vergnügen (und zum Gesunderhalten währenddessen).
Ansonsten hilft hier nur eines: eine zuverlässige Reitbeteiligung.

Hier geht's übrigens zum Kodex für Reitbeteiligungen und Besitzer von Herzenspferd.
Einen weiteren interessanten Artikel zum Thema zuverlässige Reitbeteilung gibt's bei Lenina.

Fuerteventura - Ich glaube ein bisschen Erholung kommt im Nachhinein auch unserem Pferd zu Gute.


Dauer des Urlaubes

Ich muss sagen, ein oder zwei Wochen in den Urlaub zu fahren kann ich sicher ohne schlechtes Gewissen. Vielleicht sogar drei. Aber als ich damals ein halbes Jahr nach Kanada geflogen bin, um auf Pferderanches zu arbeiten, war ich froh, dass ich kein eigenes Pferd hatte. Ich glaube ich hätte diese Erfahrung finanziell nicht stemmen können und auch mein Gewissen hätte mich davon abgehalten.
Trotzdem kenne ich Menschen, die sich auf wunderbare Leute zu Hause verlassen konnten, als sie die gleiche Erfahrung mit mir in Kanada geteilt haben.
Es geht, also lasst euch nichts einreden! Line von Kultreiter hat sogar - trotz Pferd - gleich mehrere Jahre im Ausland verbracht. Wie sie das geschafft hat, lest ihr hier.

Nach Kanada habe ich mehr Heimweh als Fernweh...


Das Pferd einfach mitnehmen

Am tollsten ist es natürlich, wenn man das Pferd gleich mitnehmen kann. Aber nicht jedes Ziel, dass vielleicht auf der eigenen "Bucketlist" steht, lässt das zu. Es kann jedoch ein ganz eigener Punkt auf der Liste werden. Einmal mit dem eigenen Pferd am Strand entlang reiten oder einfach neue Wege erkunden.
Oft muss man dafür gar nicht weit fahren. Wie wäre es denn mal mit einem Wanderritt? Oder tatsächlich Wandern, gemeinsam mit Pony oder Pferd? Sarah hat dem auf Verwandert.de einen ganzen Blog gewidmet.

Der finanzielle Aspekt

Zu guter letzt möchte ich auch diesen Punkt ansprechen. Ein Pferd gerecht zu unterhalten ist nicht günstig, das stimmt wohl.
Es gibt aber so viele wunderbare Varianten, günstig die Welt zu entdecken. Zum Beispiel als Wwoofer, wie ich damals in Kanada, oder mit dem Zelt, sogar als "Housesitter" oder, wer es gerne noch etwas abenteuerlicher mag, mit "Couchsurfing".

Die Rocky Mountains - sie standen ganz oben auf meiner Liste und ich will sie nochmal sehen!


Man lebt nur einmal ;)

Verreist ihr trotz eigenem Pferd oder sogar mit eigenem Pferd? Welche Tipps habt ihr?

Teilt eure Ideen, Gedanken und Fragen unter dem Post oder auf Facebook!

Bis zum nächsten Mal,

Nina



Kommentare:

  1. Mein Traum wäre es ja irgendwann einen Wanderritt mit Pferd zur nächsten Kletterwand zu machen :) Dann hätte ich gleich zwei Hobbies und eine Reise kombiniert :)

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    1. Perfekt! Das klingt doch gar nicht mal so unmöglich :)

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  2. Meine beste Freundin und ich haben uns immer abgewechselt, wenn es um die Urlaubsvertretung ging. Wir sind jetzt nicht mehr im gleichen Stall, haben aber trotzdem ein Auge auf das Pferd des anderen, wenn jemand nicht da ist: ich reite ihr Pony auch, wenn meine Freundin im Urlaub ist, weil ich einfach gern auf ihrem Pferd reite :-). Es war zweimal so, dass mein Pferd kurz bevor ich auf Urlaub fahren wollte, eine Verletzung hatte: einmal ein Hufgeschwür genau am Abreisetag meines Urlaubs in Schweden (ich wollte 2 Wochen weg...) - also vorher noch Tierarzt geholt und meine Freundin übernahm dann den 2. Tierarztbesuch und hielt mich am Laufenden. Einmal hatte sie auch AM Abflugtag eine Augenentzündung. Gottseidank ging sich der Tierarzttermin genau noch aus. Bei soviel Stress VOR dem Urlaub war ich dann immer froh, wenn zumindest während meiner Abwesenheit nicht vorgefallen ist. Jetzt ist es so, dass mein Pferd täglich ihre Heucobs braucht und ihre Zusätze und auch Heu nass.. im Alter werden sie anspruchsvoller :-) Ich verreise zur Zeit lieber nur im Sommer, wenn die Koppelsaison voll im Gange ist - da braucht sie dann auch weniger Heucobs und kommt mal ohne mich klar. Mein letztes Urlaubsbudget ging übrigens für einen neuen Inhalator und Hufschuhe drauf. Tierarztrechnungen habe ich sowieso immmer eingeplant, aber ein Inhalator kostet halt gleich mal soviel wie eine Woche Urlaub im schönen Irland. Naja ... Pferde kosten Geld und Zeit - aber sie geben einem auch soviel :-) - ich würde ja nicht tauschen wollen, aber wenn ich mal kein Zeit mehr habe, dann buche ich 3 Wochen Bali ;-).

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    1. Man meint, unsere vierbeinigen Freunde können das irgendwie riechen, dass wir wegfahren wollen, oder?
      Ich kümmere mich immer mal wieder um die Katzen meiner Tante und meines Onkels. Es ist bestimmt in den letzten fünf Jahren schon mehr als dreimal vorgekommen, dass sie die Abfahrt verschieben mussten, weil der Kater humpelnd nach Hause kam, irgendetwas anderes hatte oder erst gar nicht nach Hause kam...
      Aber für nichts in der Welt will meine seine Tiere eintauschen, egal wie anspruchsvoll und zeitintensiv dieses Hobby ist :)

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