Samstag, 24. September 2016

Glory's Diary: Die erste Woche

Liebe Leser,

wenn man ein eigenes Pferd bekommt, vor allem von so weit her, dann ist man natürlich total motiviert und würde am liebsten gleich loslegen: es kennen lernen, trainieren, beschäftigen, reiten...

Aber wieviel Zeit sollte man einem Pferd zum eingewöhnen geben?

Meine regelmäßigen Leser werden meine Antwort sicher schon kennen: Es gibt keinen definierten Zeitraum. Das Pferd entscheidet! Und so hat Glory entschieden:

In den ersten drei Tagen musste ich nicht arbeiten und somit hatte ich viel Zeit mitgebracht. Ich besuchte Glory meistens ein bis zweimal am Tag auf der Weide, ohne dass ich wirklich etwas von ihr verlangte.

Das war für mich aus verschiedenen Gründen wichtig. Zum einen drehte sie bei denen ersten paar Besuchen ab, als ich mit dem Halfter kam. "Wo bringt die mich jetzt schon wieder hin?", stand ihr ins Gesicht geschrieben. Die Besuche ohne Halfter - oder auch mit Halfter im Schlepptau, ohne es zu benutzen - halfen deutlich. Bald wusste sie, dass es entweder bedeutete, dass ich zum kraulen kam oder um sie in den Stall zu bringen. Das war für sie in Ordnung. Zum anderen wollte ich ihr auch einfach Zeit zum eingewöhnen ohne mich geben.


Am zweiten Tag band ich sie zum ersten mal abends am Putzplatz an. Mir ging es in erster Linie darum, ihre Hufe zu überprüfen und zu schauen, wie sie sich verhält. Ich putzte sie auch ganz normal und merkte dabei, dass so etwas alltägliches für sie wieder völlig neu war. Schließlich wurde zweieinhalb Jahre lang kaum etwas mit ihr gemacht!

Am dritten Tag holte ich sie abends von der Weide und hatte gar nichts mit ihr vor, außer sie, wie die anderen, in den Stall zu bringen. Sie schaute jedoch neugierig auf den Reitplatz und reckte die Nase in Richtung Eingang, dass ich spontan entschied: Okay, wenn es dich interessiert, dann lass uns doch mal gucken. Unser Reitplatz ist ein halber Spielplatz, weshalb es viel zu schauen gab. Glory schnupperte Stangen und Hütchen an und war aufmerksam bei der Sache.

Foto: Jutta S.-B.

Ich ging sogar über unsere Brücke, ließ ihr aber die Wahl neben her zu gehen oder mir über die Brücke zu folgen. Sie kam tatsächlich mit. Danach ging es erstmal in den Stall und ich ließ sie wieder einige Zeit in Ruhe, bis ich sie nochmal zum Putzen holte.

Da sie diesmal total entspannt war, zeigte ich ihr ein paar Dinge, die sie schon lange nicht mehr gesehen hat wie zum Beispiel ein Sattelpad. Das ganze machte ich nebenbei ohne groß ein Fass dabei aufzumachen. Es schien sie fast zu langweilen also sagte sie mir, dass ich den nächsten Schritt gehen konnte: Ich legte es auf, ließ es ein paar mal absichtlich fallen u.s.w.


Grundätzlich wiederholte ich immer wieder etwas vom Vortag. Wenn das nach wie vor gut lief und sie mir sagte "Langweilig, das kenn ich doch schon", dann wusste ich, dass ich etwas neues anfangen konnte. Ich begann mit kurzen Einheiten auf dem Reitplatz, fragte Dinge ab die sie vielleicht von früher noch kannte und begann dann gegen Ende der Woche sie zu longieren. Anfangs nur zehn Minuten, später immer etwas länger. Wir probierten auch den Sattel an.

Wichtig hierbei: Ich besitze hier kein rohes Jungpferd. Glory ist 12, bereits eingeritten, auch wenn ich die meisten Schritte des Einreitens mit ihr wiederholt habe. Ein Pferd, dass noch nie unter dem Sattel war hätte ich ganz anders behandelt. Wenn es sein muss hätte ich auch bei Glory monatelang gewartet, bis ich sie gearbeitet hätte. Sie hat mir jedoch deutlich gesagt, dass sie bereit ist beschäftigt zu werden.


Ich glaube, gerade weil ich es langsam angehen lassen wollte und Glory selbst entscheiden ließ, haben wir so schnelle Fortschritte gemacht. Ich war mir anfangs nicht mal sicher, ob ich sie nach drei Wochen überhaupt schon das erste mal reiten kann, das ganze funktionierte aber schon nach etwas mehr als zwei Wochen.

Hätte ich sie überfordert und die Erwartung gehabt, nach zwei Wochen spätestens im Sattel zu sitzen, wären wir jetzt bestimmt noch nicht da, wo wir sind.

Was habt ihr in der ersten Woche mit eurem neuen Pferd gemacht?

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Bis zum nächsten Mal,

Nina

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