Donnerstag, 29. September 2016

Glory's Diary: Erste Schritte in der Bodenarbeit

Liebe Leser,

ihr durftet bereits einen Einblick erhalten, wie ich die erste Woche mit Glory verbracht habe. Heute geht es um unsere ersten Einheiten auf dem Platz vom Boden aus.

Ich möchte euch zeigen, mit welchen Übungen wir angefangen haben und wie sie mir bei den ersten Schritten unter dem Sattel geholfen haben.



Zur Erinnerung: Glory ist bereits 12 Jahre alt und wurde schon einmal eingeritten. Jedoch ist sie auf dem Stand eines Pferdes, das wenige Wochen unter dem Sattel ist und benötigt noch eine Grundausbildung. Was sie zum dem Zeitpunkt, als sie hier ankam, noch nicht kannte, waren zum Beispiel seitwärtsweisende Schenkelhilfen. Auch fehlt noch einiges an Balance unter dem Reiter, wie bei einem jungen Pferd und natürlich ist sie auch noch nicht gymnastiziert.

Was Glory von Natur aus mitbringt: Neugierde, eine (für's lange Nichtstun) gute Bemuskelung, ein flottes Vorwärts aber auch einen starken eigenen Willen inklusive Energiesparmodus ("Muss ich wirklich? Sind wir jetzt fertig?"). Und Speck :D

Glory lernt die Welt kennen

Die ersten Einheiten bestanden ausschließlich darin, ihre neue Umgebung kennen zu lernen. Die Neugierde für die Hindernisse auf dem Reitplatz zeigte sich ja schon ziemlich früh (lies mehr dazu hier). Nach und nach zeigte ich ihr die Hindernisse und ließ sie darüber/hindurch gehen.

Foto: Jutta S.-B.

Glory lässt sich von Hindernissen nicht beeindrucken und war dabei ganz entspannt. Ihre Neugierde ist dabei zu groß und schnell ist sie so konzentriert und mit der Aufmerksamkeit bei mir, dass es das Arbeiten sogar erleichtert.

Foto: Jutta S.-B.

Zum Kennenlernprogramm gehörten auch kurze Abstecher in die Verschiedenen Ecken unseres Hofes, ein Besuch in der Reithalle (fand sie leicht gruselig) und Spaziergänge gemeinsam mit einem anderen Pferd um den Hof herum.

Satteln

Glory hat früher, ganz am Anfang als ich sie kennen lernte, Probleme mit dem Satteln gehabt. So weit ich weiß gab es mal einen Vorfall, der sie ängstlich auf den Sattel reagieren ließ. Damals hatten wir das schnell überwunden, jedoch war sie jedes Jahr aufs neue die ersten ein, zweimale skeptisch, wenn ich mit dem Sattel kam.

Damit im Hinterkopf und aller Zeit der Welt, entschied ich mich das Satteln so anzugehen, wie bei einem Pferd, das noch nie gesattelt wurde. Immerhin war es zweieinhalb Jahre her, dass sie zum letzten mal so ein Ding gesehen hat.

Später war das Satteln kein Problem mehr. Foto: Spiegelwelt Fotografie

Sie fand den Sattel tatsächlich ziemlich gruselig. Ich habe gut eine halbe Stunde gebraucht, bis ich das Gefühl hatte, dass sie soweit ist ihn zu tragen. Das gab Muskelkater für mich!
Als der Sattel dann aber erstmal auf ihrem Rücken lag, war alles gut. Danach war sie auch bei jedem Satteln entspannt, als hätte sie nie etwas anderes getan.

Longieren

Der Speck muss weg! Gut, das ist jetzt nicht der einzige Grund, aber es war an der Zeit, das Glory sich ein wenig mehr bewegt. Zum einen muss sie tatsächlich noch ein wenig abnehmen und zum anderen braucht sie auch unbedingt wieder mehr Kondition. Am Anfang habe ich nur im Schritt longiert und der erste Trab dauerte nur in etwa 3 - 5 Zirkelrunden auf jeder Hand. Trotzdem war sie aus der Puste!



Foto: Spiegelwelt Fotografie

Nach und nach steigerte ich die Dauer im Trab und nahm später auch den Sattel hinzu. Ich wollte ihn damit wieder als Element ihres Alltags integrieren. Das klappte ziemlich gut.

Stärken und Schwächen kennen lernen

Beim Longieren konnte ich vor allem schon ein wenig ihre Bewegungen beobachten. Ich konnte bereits deutlich feststellen, dass sie rechts mehr Schwierigkeiten hatte als links. Hat sie auch jetzt immer noch, aber es ist besser geworden.

Foto: Spiegelwelt Fotografie

Umgekehrt ist sie mental auf der rechten Seite besser als links. Neue gruselige Gegenstände akzeptiert sie schneller und besser von rechts als von links. Das war früher auch schon so (zum Beispiel damals bei den Problemen beim Satteln).

Habt ihr mal darauf geachtet, dass euer Pferd eine physische und eine mentale bessere Seite hat? Sind die besseren Seiten bei eurem Pferd gleich oder ist es unterschiedlich wie bei Glory?

Führübungen

Das Führen wird oftmals unterschätzt und unter den Tisch gekehrt. Dabei ist ein gut halfterführiges Pferd so wichtig für unsere Sicherheit.

Glory hat das bereits gelernt aber in ganz aufregenden Situationen sind die Manieren dann doch vergessen. Ich musste oftmals ganz genau hinfühlen, wie aufgeregt sie war, um entscheiden zu können, ob sie mir überhaupt zu hört. Das fand dann meistens nicht auf dem Platz sondern in alltäglichen Situationen statt (z.B. von der Herde wegführen).

Foto: Jutta S.-B.

In den ersten paar Tagen hatte ich oft das Gefühl, dass sie mir gar nicht zu hörte und ich korrigierte sie mit Absicht nicht. Ihre Aufregung wäre nur noch schlimmer geworden und wir hätten uns vermutlich gegenseitig in eine gefährliche Situation hochgeschaukelt.

Diese Entscheidung richtig zu treffen ist sehr schwierig. In den meisten Fällen bin ich jedoch für eine Korrektur. Später hat mich Glory nämlich immer mehr auf die Probe gestellt und da sie nicht mehr aufgeregt war, korrigierte ich entsprechent konsequent. Aber nicht deutlich genug - dazu in einem anderen Post mehr ;)

Grundlagen für die ersten Schritte unter dem Sattel

Schließlich habe ich überlegt, was ich mit Glory üben könnte, was mir später auch beim Reiten hilft.

Ich habe ihr also versucht zu zeigen, wann ich möchte dass sie die Vorhand und wann die Hinterhand bewegen soll.

Dazu habe ich erst meine Hand an der Schulter und am Po benutzt und den Kopf entsprechend gestellt. Später habe ich den Steigbügel in die Hand genommen, den Kopf entsprechend gestellt und dann mit dem Steigbügel dort geklopft, wo später mein Bein die Bewegung abfragen würde.

Foto: Jutta S.-B.

Damit sie schneller in die richtige Richtung denkt, habe ich unter anderem auch mal in einem Stangenlabyrinth geübt. Dadurch hatte sie schon eine Idee, in welche Richtung sie mit welchem Körperteil gehen sollte. Sie verstand es recht schnell und hat den Grundsatz auch später im Sattel angenommen. Von Genauigkeit sind wir da aber noch ein ganzes Stück entfernt. Das kommt durch Übung mit der Zeit.

Wichtig ist, dass das Pferd erstmal die Idee versteht. Dann kann man weiter an den Details arbeiten.


Welche Übungen vom Boden aus kamen euch später unter dem Sattel zu gute?


Wie unsere ersten Schritte unter dem Sattel verliefen, könnt ihr im nächsten Post nachlesen!
Für aktuelle Updates schaut doch einfach mal auf meiner Facebookseite vorbei :)

Bis bald,

Nina

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